Wedel Nord – Optimale Lösung oder Chance vertan?

Zuerst einmal das Wichtigste:

Wedel Nord wird kommen!

Zwischen Aschoopstwiete und Steinberg ist das neu geplante Wohngebiet in der Bauvariante 8b inzwischen so gut wie beschlossene Sache. Dennoch sind bei Wedel Nord allerdings nicht mehr alle Parteien in ihren Forderungen zum besseren Wohnungsangebot für die Bürger komplett glaubhaft geblieben.

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Entwurfsbild. Kann von der Realtät abweichen. (Quelle: Wedel.de)

Neuer Wohnungsbau ist dringend nötig:

Laut am 7.2. 2017 im Planungsausschuss vorgebrachten Zahlen hat ein Gutachten einen Wohnungsbedarf in Wedel von bis zu 2800 Wohnungen festgestellt. Darin sind zwar der Bedarf durch Arbeitsplätze und demographische Entwicklungen berücksichtigt, aber manche nicht-erfassbare Daten noch gar nicht mit eingeflossen. Anders ausgedrückt – Bei aktuell etwas mehr als 32800 Einwohnern könnte jeder 12. Wedeler sehr bald verzweifelt eine (bezahlbare) Wohnung suchen. Schon jetzt ist es für viele schon ein Glücksfall, hier eine vernünftige Bleibe zu finden.
Der Bedarf an Wohnraum ist also riesig und wird in Zukunft noch stärker steigen.

WEDEL NORD ist daher nicht nur irgendein Bauprojekt,
sondern die
(teilweise) Deckung einer massiven Wohnungsknappheit!


Im Punkt Wohnungsnot sind sich auf dem Papier jedenfalls alle Parteien ungewohnt einig:

„Wedel braucht mehr Wohnungen!“

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Sozialverträgliche und bezahlbare Wohnungen fordern jedenfalls alle im Rathaus vertretenen Wedeler Parteien

Link: Bild in voller Auflösung

Nur der Umfang der Forderung und der erfolgreiche Weg dahin ist aus jeder Sicht eben ein wenig anders. Wer sich auf welche Art für den Wohnungsbau in Wedel Nord eingesetzt hat und wer und aus welchem Grund lieber weniger möchte erfahrt ihr weiter unten.


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Aus dem Planungsausschuss:

In den letzten Wochen war WEDEL NORD im Planungsausschuss der Stadt immer wieder Thema und in der aktuellen Phase werden dort die Rahmenbedingungen für den Bau festgelegt. Zur Debatte standen in der Planungsphase verschiedene Umsetzungswege, wie der Wohnungsbau realisiert werden kann.
Zwischen 900 und 1400 Wohnungen sollten ursprünglich in Wedel Nord errichtet werden.
Der Idee und die ersten, vorsichtigen Planungen und Machbarkeitsstudien waren der Anfang.
Einem Städtebaulichen Wettbewerb folgte dann die Auswahl eines Investors und einer vorgeschlagenen Bauvariante. Damit legt man auch gleichzeitig schon die grobe Anzahl der neu zu schaffenden Wohnungen fest.
Die genauere Zielsetzung für das Projekt wird inzwischen immer präziser festgelegt.

GEGEN Wedel Nord:

Die WSI ist aktuell die einzige Fraktion, die sich generell gegen Wedel Nord ausspricht und den großen Wohnungsbedarf der Stadt nur auf anderen Wegen wie beispielsweise innerstädtischer Verdichtung der Wohngebiete decken möchte.

FÜR Wedel Nord:

Alle anderen Parteien sind für das Bauprojekt WEDEL NORD. Wie und auf welchem Weg der Wohnungsbau allerdings realisiert werden soll, darin bestehen erhebliche Unterschiede.

Bereits am 7.2.2017 hatten alle Fraktionen bereits Gelegenheit, ihre Positionen zum aktuellen Beschlussvorschlag Wedel Nord zu erörtern. Letzten Dienstag (7.3.2017) wurde im Planungsausschuss dann über die Beschlussvorlage 8b zum Bau von 900 bis 1000 Wohnungen abgestimmt.

Alle aktuellen Planungen geschehen natürlich unter dem Blick des riesigen Bedarfs an Wohnungen und einer guten Rentabilität nach Projektabschluss. Die verschuldete Stadtkasse und die Wohnungssuchenden werden es danken!


Der Beschluss vom 7.3.2017:

Link zur Beschlussvorlage

Abstimmungsübersicht

Die Beschlussvorlage 8b als Kleine Lösung für Wedel Nord zu bauen wurde mit der Mehrheit aus CDU, SPD und FDP angenommen.

Das bedeutet:
– In Wedel Nord entstehen in den nächsten Jahrzehnten 900 bis 1000 neue Wohnungen.
– Davon vermutlich irgendwas um 30% sozialverträgliche Wohnungsanzahl
(Dazu mehr unter: Ein vergessenes Versprechen).
– Es wird eine Verbindung zwischen Pinneberger Straße und Holmer Straße gebaut. Dies ist der erste Schritt zu einer zukünftigen Nordumfahrung von Wedel.

Finale Variante

Übersicht über die Variante 8b (Quelle: Wedel.de)


Der Stadtentdecker wagt eine kritische Analyse der Parteipositionen in den letzten beiden Planungsausschüssen:

Links zu den Planungsausschüssen vom 7.2.2017 und 7.3.2017
(für den 7.3.2017 ist aktuell (14.3.2017) noch kein Protokoll verfügbar)

Es wird nur der Inhalt der letzten beiden Planungsausschüsse betrachtet. Gerade zum Verhalten der FDP könnte man noch einiges mehr sagen, aber das würde aktuell den Rahmen des Themas sprengen.

Die Kommentare sind aus Übersichtsgründen in seperaten Bilddateien eingefügt.
Die Reihenfolge der Bilder wird zufällig generiert.

Disclaimer Kommentar1


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Ein vergessenes Versprechen von 2014:
30% Sozialverträglicher Wohnungsbau in der Wohnfläche

Protokoll des Planungsausschusses vom 4.11.2014

Aus dem Protokoll des Planungsausschusses vom 4.11.2014:

„Der Planungsausschluss empfiehlt dem Rat mit 8 Ja / 5  Nein / 0 Enthaltungen:

Der Rat beschließt:
Bei der Ausweisung von neuen Bauflächen durch die Aufstellung bzw. Änderung eines Bebauungsplans sollen bei Neubauprojekten sowohl im Miet- als auch im Eigentumswohnungsbau ab 1500 qm beantragten Nettowohnflächen 30 % mit Mitteln der sozialen Wohnraumförderung erstellt werden.“

Wedelblog kleinDamals haben GRÜNE, SPD, WSI, FDP und LINKE gemeinsam den großen Block der CDU überstimmt und die 30 Prozent sozialer Wohnfläche durchgebracht.

Auch damals hat man dabei schon an Wedel Nord gedacht:

Aus dem Protokoll des Planungsausschusses vom 4.11.2014:
Herr Lieberknecht (Anm.:damaliger Fachbereichsverwalter Bauen und Umwelt) ergänzt, dass die Wohnraumförderungsstelle mit der 30%-Quote für Wedel Nord einverstanden gewesen sei. „

Durch den damals durchgebrachten Beschluss wurde das Thema Quote bei den aktuellen Wedel-Nord-Planungen bereits wieder und wieder auf den Tisch gebracht, sodass es schon seltsame Gewohnheit in den Sitzungen wurde. Die LINKE brachte am 7.3.2017 erneut den Änderungsantrag, sich in der Beschlussvorlage an die Quote mit der Wohnfläche zu halten. Anhand eines Beispiels rechnete man vor, wie stark die geplante Wohnfläche für sozialverträgliche Wohnungen von den damals beschlossenen 30% abwich. Jedoch stimmten alle anderen Parteien dagegen, die zu bauende Wohnfläche als Berechnungsgrundlage zu nehmen. Niemand schien sich gerne mit dem Thema der damals vorangetriebenen Zusagen beschäftigen zu wollen.
Die Mehrheit des Rates entschied daher mit einer Gegenstimme, dass mit die 2014 beschlossene Vorgabe nicht durch 30% an der Neubaufläche, sondern auch schon durch die Anzahl der sozialverträglich geschaffenen Wohnungen genügend beachtet wurde.

Für eine Partei besonders peinlich:

Der damalige Antrag zur Sozialen Wohnungsbauquote der Wohnfläche stammte von der SPD, die sich nun aber ebenfalls nicht mehr daran hielt.
Unangenehm: Es war sogar dasselbe Ausschussmitglied, dass damals die Beschlussvorlage einbrachte und nun aber gegen die Einhaltung seiner eigenen Vorgaben gestimmt hat.


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Der Stadtentdecker zieht ein Fazit:

Wedel Nord wird nun definitiv gebaut.
Damit startet die Stadt ein dringend benötigtes Projekt zum Wohnungsbau, dass auch in den nächsten Jahren ein ständiges Thema bei den Bürgern und in der Politik sein wird.

Mit Ruhm bekleckert hat sich bei Wedel Nord trotzdem schon nicht jeder.
Alle Parteien haben in ihrem Programm bezahlbaren Wohnraum oder vertreten zumindest die Aussage, dass sie dafür einstehen. Wedel Nord ist für alle von ihnen die Gelegenheit, dieses Ansinnen auch durchzusetzen. Der Wille, das Projekt anzugehen ist ja auch (mit Ausnahme des WSI) auch bei allen Parteien vorhanden.

Man scheint sich aber (mit Ausnahme der Linken) trotzdem aus verschiedenen Gründen früh darauf festlegen zu wollen, möglichst wenig neue Wohnungen zu bauen.
Selbst in der größten angedachten Bauvariante von Wedel Nord (1400 Wohnungen!) wäre der errechnete, zukünftige Wohnungsbedarf der Stadt nicht mal zur Hälfte gedeckt worden. Ob die Gründe, die Zahl der Neubauwohnungen möglichst klein zu halten nun berechtigt oder vorgeschoben sind liegt natürlich im Auge des Betrachters.

Zudem:
Von dem im November 2014 durchgebrachten Beschluss von WSI, SPD, FDP, GRÜNEN und LINKEN zum Anteil von 30% Sozialverträglichkeit der Wohnfläche scheint nur noch bei den Letzteren tatsächlich der Wille zur Umsetzung vorhanden zu sein.


Insgesammt eine positive Entwicklung für die Stadt!

Zusätzlicher Wohnungsbau ist trotz aller Diskussion um Art und Umfang dringend nötig und daher ist es sehr positiv, dass Wedel Nord nun angegangen wird. Nun werden es laut Beschlussvorlage 900 bis maximal 1000 Wohnungen, davon 30% der Wohnungsanzahl in den Etagenwohnungen nach sozialverträglichen Maßstäben.

Eine Verbesserung des Wohnungsangebotes gibt dem stillstehenden Wohnungsmarkt auch wieder die Möglichkeit, in Bewegung zu geraten.


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Dennoch fragt man sich:

Ist die kleine Lösung für Wedel Nord wirklich auch
die beste Lösung?

Oder liegt in der aktuellen Planung
zu viel ungenutztes Potential?

Der Wedel-Blog freut sich über eure Meinungen!


Bastian Sue,
der Löwenseelenkater

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