BWAAAAH AAAARGH UAAAAH! – Kleine Schrecken

Ich wäre dann jetzt wach.

Gerade in diesem Herbst stolpere ich beim Renovieren immer wieder über die klei…. über die rieeesigen Achtbeiner.

Nach dem Herbst machen die Spinnentiere genau das, was wir auch tun. Sie suchen eine warme, trockene Stube in der sie die kalte Jahreszeit verbringen können. Und dort träumen sie genau wie wir Menschen vom Frühling.

Blöd nur, dass ihr Versteck manchmal in unserem Wäscheschrank ist oder sie sich in unsere Badewannen verirren.

Auch wenn ich jedesmal einen Schrecken bekomme:
Eigentlich sind selbst die großen Wolfspinnen völlig harmlos.

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Mit der Spinnenangst ist man nicht alleine.

Etwa 40% der Deutschen haben eine Arachnophobie, die Angst vor Spinnentieren.

Es gibt Wissenschaftler, die glauben, dass die (durchaus berechtigte) Angst vor Skorpionen bei unseren Vorfahren eine genetische Veranlagung zur Spinnenangst geführt hat. Skorpione? Natürlich. Skorpione gehören auch zu den Spinnentieren.

Psychologen wiederum haben eine ganz andere Theorie: Spinnenangst ist erlernbar.
Kinder lernen von ihren schreckhaften Eltern, dass man vor Spinnen Angst haben muss. Das Fernsehen und alle gängigen Klischee-Horrorfilme bestätigen die gelernte Furcht dann regelmäßig, auch wenn sie noch so unsinnig ist.

In ganz Europa gibt es in der Natur keine einzige Spinnenart, die Menschen gefährlich werden könnte – auch nicht die Kreuzspinne.


Dabei sind unsere achtbeinigen Mitbewohner doch eigentlich sehr nützlich.

Die Dinger sorgen sogar dafür, dass wir uns im Frühling mit erheblich weniger Insekten herumplagen müssen. Weltweit vertilgen Spinnen zwischen 400 und 800 Millionen Tonnen Insekten – Pro Jahr! Zum Vergleich: Die Menschen essen etwa 400 Millionen Tonnen Fleisch. (Und viel weniger Insekten!) (Q)

Etwa 1000 verschiedene Spinnenarten gibt es in Deutschland – und 30-40 Arten davon teilen ihren Wohnraum mit uns. Sie wohnen am liebsten in unseren Häusern, unter anderem auch, weil sie im Winter draußen kaum überleben könnten. (Q)

Gemeinhin kann geht man davon aus, dass pro Quadratmeter rund 131 Spinnen leben, in manchen Gebieten sogar bis zu 1.000.

Einige Völker in Westafrika sehen Spinnen wegen ihres Nutzens auch mit ganz anderen Augen als wir Europäer.

Wegen ihrer Tätigkeit als Insektenvernichter, ihrem geschickten Netzbau und der Möglichkeit mittels Bauernregeln am Verhalten der Spinnen das Wetter vorherzusagen wird mancherorts die Spinnengottheit Anasi verehrt. (Q)

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Eine echte Wedeler Wolfspinne. Ich bleibe doch lieber bei Cheeseburgern…

Anansi gilt als Urheber des Wissens und der Klugheit, Erfinder des Ackerbaus sowie als Regen- und Wettergott. Allerdings auch als Gott des Schabernacks und als Trickser.
LINK: Anasi in der Wikipedia

Auf der Pazifikinsel Nauru ist die Spinne sogar ein Teil der Schöpfungsgeschichte. Die Spinne Areop-Enap schuf dort die Menschen, um ihr beim Tragen des Himmels zu helfen.
(Eine Faszinierende Geschichte, die ihr hier nachlesen könnt:
Link: Areop-Enap in der Wikipedia)

In Südamerika am Amazonas hingegen zählen Anasis und Areop-Enabs Kinder bei den Einheimischen gut durchgebraten als eine kulinarische Spezialität.


Raus mit dir!

Wie wird man die kleine Gottheit denn nun am besten los?

Die Geschichte, dass eine Spinne im Staubsauger stirbt kann stimmen – muss sie aber nicht. Da ist es viel einfacher sie hinauszutragen.

Also nach Möglichkeit einfach mit einem Glas oder einer Plastikschale einfangen, vorsichtig ein Stück Pappe darunter schieben und hinaustragen. Vielleicht vorher noch ein Selfi mit der Beute machen um mit der Beute anzugeben?

Übrigens: Damit die Spinne nicht wiederkommt sollte man sie je nach Art mindestens 20 Meter vom Haus entfernt aussetzten. Ansonsten reicht auch die andere Straßenseite, denn über die freie Asphaltfläche gehen sie nicht gerne drüber.

(Und falls das nicht klappt: Holt eure Katze zur Hilfe.
Für manche Fellträger ist Meister Langbein ein willkommener Leckerbissen!)


Zu faul zum Angst haben…

Inzwischen erschrecke ich mich kaum noch, wenn ein Fussel auf dem Boden mal wieder das Krabbeln lernt.

In einem Haus, das 5 Jahre lang leer stand wird es auf Dauer einfach zu anstrengend, jedesmal Panik zu bekommen.

Inzwischen reagiere ich mit einem Lächeln. Einfach in einem Glas einfangen und trotz Ekelgefühl einen kurzen Moment die Zeit nehmen, um eine erstaunlich faszinierende Kreatur zu beobachten. Und dann ab in den Garten mit ihr.

Meine Spinnenangst ist inzwischen eindeutig kuriert.


Noch was zum Schmunzeln…

 

Ich wünsche euch allen einen geruhsamen Winteranfang….

…egal, wie viele Beine ihr habt!


Euer Löwenseelenkater

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